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Inklusion im Judo

Gedanken von Peter Frank - Judo - ein Weg für uns alle!


Unter diesem Aspekt habe ich Judo kennen und schätzen gelernt. Bedingt durch den geschützten Trainingsraum „Matte“  sowie den unbegrenzten Möglichkeiten, wie man Judo ausführen kann, ist der Sport gleichermaßen für Frauen/Mädchen und Männer/Jungen aller Altersklassen durchführbar. Vom Training im Kindergarten bis zum Hochleistungssport ist alles möglich. Jeder kann für sich seine eigene Nische finden. Das gilt dann selbstverständlich auch für Menschen mit Handicaps, die sich ebenfalls der gesamten Palette vom Breitensport bis zum Hochleistungssport bedienen können.

Gute Startvoraussetzungen sind immer dann gegeben, wenn  jeder „Anfänger“ von Trainern/Betreuern dort abgeholt wird, wo man ihm begegnet. Jeder sollte entsprechend den Etiketten des Judosports einfühlsam sowie respektvoll behandelt und entsprechend seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten trainiert werden. Eine zu hohe Anspruchshaltung kann sich dabei ebenso negativ auswirken, wie eine Unterforderung.

Und schon sind wir beim Thema Inklusion.

Was ist das genau, inwieweit ist das überhaupt umsetzbar?

Meiner Meinung nach bestehen für Judoclubs nachfolgend aufgezählte (nicht abschließend) theoretische Möglichkeiten, um sich dem Anspruch „Inklusion“ anzunähern:

a) Öffnung des Vereins für Menschen mit Handicaps

  • mit zeitlicher Einbindung in den regulären Trainingsbetrieb,
  • mit festen Trainern

    als Vereinsmitglieder mit allen Rechten, aber auch Pflichten (soweit zu leisten).

b) Ermöglichung von Begegnungen und Gesprächen

  • während der Trainingszeiten,
  • am Vereinsstammtisch,
  • bei Vereinsaktivitäten.

    Abbau von Berührungsängsten durch gegenseitiges Kennenlernen resultiert zwangsläufig aus Begegnungen.

c) Gemeinsame Events

  • Vorführungen
  • gemeinsame Trainingseinheiten
  • Vorbereitung von Gürtelprüfungen


Inklusion in der Vereinsarbeit bedeutet jedoch für mich nicht, permanent und um jeden Preis alle Judokas miteinander trainieren zu wollen.

Wie schon erläutert bin ich der Überzeugung, dass sowohl Überforderungen, als auch Unterforderungen den Einzelnen nicht gerecht werden. Die Judoka würden sich mit Sicherheit nach einer Zeit als „nicht ernst genommen“ betrachten und den Spaß am Training verlieren. So erachte ich nach wie vor synonyme Gruppengliederungen als sinnvoll. Dies schließt natürlich zusätzliche gemeinsame Aktivitäten nicht aus. Im Gegenteil: solche Aktivitäten werden von allen Beteiligten dann als eine Bereicherung bzw. als Highlight wahrgenommen.


Bei allem Bemühen um eine Öffnung des Vereins sind aber praktische Unwägbarkeiten zu bedenken:

  1. Oftmals gibt es nur einen oder zwei Interessenten mit Handicap pro Verein, was für kleinere Vereine, die ohnehin Trainermangel haben, zunächst nicht zu leisten erscheint könnte durch Vernetzung mit anderen Vereinen/Anbietern geregelt werden, z. B. durch Kontakt herstellen.
  2. Fahrt zum Training von Menschen mit Handicap oftmals nur schwer selbstständig durchzuführen auch hier Infos bei Institutionen wie Lebenshilfe erhältlich.
  3. Trainer glauben nicht geeignet zu sein erforderlich ist im Wesentlichen Einfühlungsvermögen und das „Zulassen können“ von Berührungen; ansonsten werden die Teilnehmer, bei denen ein ärztliches Attest über die Sporttauglichkeit vorliegen sollte, so von mir trainiert, wie sie körperlich und geistig dazu in der Lage sind, also wie das bei allen anderen auch der Fall ist.

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